Bild: Monika Berling | In: pfarrbriefservice.de

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Gäste!

Die Emmaus Jünger wollen Jesus zum Bleiben einladen. „Bleibe bei uns, Herr,
denn es will Abend werden.“
Das war zu viel, was in Jerusalem mit Jesus passiert ist, zu viel!
Der Triumph beim Einzug Jesu in die Stadt Jerusalem, dann die
Gerichtsverhandlungen, der Leidensweg und dann noch die Kreuzigung. Nein, das
ist zu viel für manche Jünger Jesu.
Sie gehen weg aus Jerusalem, aus der Stadt ihrer messianischen Hoffnung, mehr
noch, sie laufen weg, einfach nur weg!
Ist es Flucht? Fliehen die Jünger nach Emmaus, dorthin, wo keine
Hoffnungslosigkeit herrscht, wo die Angst vor dem Tod nicht regiert? Oder sind sie
vom Geschehen um Jesus enttäuscht?
Mir kommt in den Sinn, manchmal möchte ich auch fliehen, weg von zu vieler
Arbeit, weg von so mancher Enttäuschung, weg von Gegebenheiten, die mich
einengen und mein Leben schwer machen.
Kann es sein, dass es Abstand ist und keine Flucht?
Die Sache oder das Problem von Außen betrachten, mal zur Ruhe kommen, klare
Gedanken fassen, einfach mal was anderes sehen und andere Luft atmen. Das tut
gut!
Ja, ich kann das Verhalten der Jünger Jesu verstehen, aber die „Rechnung“ ohne
Jesus geht nicht auf. Dort, wo es schwierig wird, wo die Enttäuschung lähmt, wo
man gerne fliehen möchte, kommt Jesus ins „Spiel“, ins Leben. ER ist da, ER geht
mit, ER hilft, ER klärt auf, ER bleibt – komme, was wolle!
Die Emmaus Jünger erfahren und erleben in ihrer Situation, der Herr lebt, geht mit
auf dem Lebensweg, egal wo der Weg auch hinführt.
Ja, brannte nicht das Herz als er mit uns unterwegs war? Ein „brennendes“ Herz
kann Unmögliches möglich machen. Die Emmaus Jünger kehren noch in der
gleichen Stunde nach Jerusalem zurück. Ganz schön viel Weg an einem Tag!
Aber Sie wissen jetzt im Herzen, sie müssen zurück zu dem Ort, von dem sie
irgendwie geflohen oder auch nur weg gegangen sind. Sie müssen dort sein, sie
müssen bei den Jüngern sein, sie müssen berichten: Jesus lebt, in Emmaus, in
Jerusalem!
Gerne wünsche ich Ihnen – auch mir – dass unsere Herzen für Jesus „brennen“!

Ihnen eine gesegnete Osterzeit und bleiben Sie gesund!
Herzlich Pfr. G. Möckel