Nicht zu übersehen war schon vor dem Gottesdienst in Weismain am Samstagabend, dass es sich um etwas Besonderes handeln würde. Über den Taufstein der St. Martinskirche war ein riesiges Bild eines großen Sohnes der Stadt Pater Otto Hopfenmüller (1844 – 1890) aufgestellt. Drei Erzbischöfe zusammen in Weismain hat es wohl noch nicht zusammen gegeben. Und der Grund war der Weltmissionssonntag 2019. Dieser wurde nun in im Gedenken an Otto Hopfenmüller – dem Missionar aus Weismain in der Jurastadt gefeiert. Erzbischof Dr. Ludwig Schick erklärte, dass die Region in Norsostindien Assam in welcher Pater Otto Hopfenmüller gewirkt habe die Schwerpunktregion des Weltmissionssonntages 2019 ist.  

Pater Otto Hopfenmüller wurde als Lorenz Hopfenmüller am 29. Mai 1844 in Weismain in eine Familie mit 11 Geschwistern geboren. Der Berufswunsch Priester zu werden entstand schon in der Kinderzeit. 1866 mit 22 Jahren wurde er in Bamberg zum Priester geweiht. Der sehr gewandte Rhetoriker und Schreiber Dr. Lorenz Hopfenmüller war 21 Jahre lang in seiner Heimatdiözese Bamberg als Gemeindepfarrer tätig. Doch sein Tatendrang entwickelte sich schnell über seine Pfarrersstelle hinaus. Als  Redakteur des 1871 ins Leben gerufene “Bamberger Volksblattes”  und als Gründer des Vereins für christliche Armenpflege war er weiter engagiert. Hopfenmüller berichtete schonungslos und offen über die unerträglichen sozialen Vorgänge. Was ihm sogar eine zwischenzeitliche Haft einbrachte. In seinen Pfarrstellen in Reichmannsdorf und Seußling herrschte bittere Not und Armut. Er gründete einen Verein für christliche Armenpflege. Auf seine Initiative wurden mehrere solche Vereine gegründet, da sich die Staatsregierung unfähig zeigte, dieses Massenelend erfolgreich zu steuern. Er erreichte, dass Bauern für die Armen Brot backten und Feldfrüchte spendeten und das große Pfarrhäuser wurden für Arme geöffnet. Nach dem Tod seiner Eltern trat er in den Orden der Salvatorianer ein.  Dann verließ er Deutschland in Richtung Rom, trat 1887 in die, „Neue Lehrgesellschaft“ ein und hieß nun Pater Otto. Dennoch ist Pater Otto, von Missionseifer erfüllt.  Seine Aussendung nach Assam Indien im Januar 1890 ist für das “Mutterhaus” in Rom ein gewaltiger Verlust. Am 19. Januar 1890 besteigt er mit weiteren Mittstreitern in Italien ein Schiff und über Bombay und Kalkutta reisen sie nach in 40 Tagen nach Assam eine Reise die heute in 20 Stunden zu bewältigen wäre. Am 27. Februar 1890 kommen sie in Shillong an. Schnell erkennt er das er die fremde Khasi-Sprache erlernen muss. Und es geht dann alles ganz schnell. Kirche, Schule, Klosters und Waisenhauses werden in kürzester Zeit errichtet. Auch  Verbesserungen im sozialen und wirtschaftlichen Bereich nehmen sehr schnell positive Züge an. Doch leider stirbt Pater Otto Hopfenmüller am 21. August 1890  ganz überraschend an einer Gehirnentzündung infolge eines Hitzschlages. Wenn Pater Otto Hopfenmüller auch nur ein halbes Jahr in Shillong wirken durfte, so grenzt seine Leistung und die Grundlegung der Mission in Assam ans unglaubliche. Er war  ein wahrer Pionier in dieser  Gesellschaft und der Mission. Dies wirkt bis heute in einer unglaublich großen Form in seinem indischen Missionarsgebiet nach. Da er auf dem Friedhof in Shilong bestattet wurde, sind im Zuge der Weiterführung der Mission durch die Salvatorianer  am 2. Juni 2001 seine sterblichen Überreste in die Hauskapelle des “Pater Otto Hopfenmüller Studienhauses” überführt worden. Dort entstand auch eine Bibliothek mit 130.00 Büchern. Viele Khasi-Gläubige kommen, um vor dem kleinen Schrein zu beten. Nachfolger, die Salesianer Don Boscos übernahmen die Arbeit und setzten sein Wirken fort.

 

Es herrscht dort ein lebendiger Glaube und es wird hervorragende Arbeit auf allen karitativen Ebenen geleistet.

Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Bamberg, der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz- Kurienerzbischof Dr. Protase Rugambwa,  Missio-Präsident- Erzbischof  Thomas Menamparampil aus, Guwahati/Nordostindien und der  Präsident der Kongregation für die Evangelisierung der Völker in Rom  Monsignore Wolfgang Huber sowie zahlreiche Salvatorianer-Pater waren zum Gedenkgottesdienst nach Weismain gekommen. Schon der Einzug zum Gottesdienst war beeindruckend. Nicht großes fulminantes Orgelspiel war zu  erleben sondern die indische Tanzgruppe Khublai Dancers die auch den Gottesdienst und das anschließende Symposium mit liturgischen Tänzen bereicherte, führte mit einem Tanz und indischer Musik durch den Mittelgang in den Gottesdienst ein. Erzbischof  Thomas Menamparampil aus Guwahati/Nordostindien entzündete zusammen mit Pfarrer Gerhard Möckel und der  Präsident der Kongregation für die Evangelisierung der Völker in Rom  Monsignore Wolfgang Huber die Missionskerze der Feier. Der Präsident der Kongregation für die Evangelisierung der Völker in Rom- Monsignore Wolfgang Huber begrüßte alle und freute sich das die Chance genutzt wurde diesen bedeutenden Tag in Weismain mit hoher Geistlichkeit in Weismain feiern zu dürfen. Es sei schön sich auf die Spuren von Pater Hopfenmüller zu begeben und zu sehen wo er gelebt hatte und zu seiner Glaubensüberzeugung kam. Er war ein Mensch der das Missionsverständnis der heutigen Zeit vor über 130 Jahren vorweggenommen hatte. Er sei damit ein  Pionier in der Mission gewesen. Erzbischoff Dr. Ludwig Schick ging in seiner Ansprache auf Mission früher und heute ein. Was sich nicht geändert habe sei die Weitergabe der wichtigen Botschaft im Evangelium des christlichen Lebens und Glaubens für die Ärmsten da zu sein. Auch Pater Hopfenmüller war ein Mensch der in seiner Zeit nicht immer allen gerecht wurde setze sich für Arbeit, Schulbildung, soziale Verträglichkeit ein was vor 150 Jahren auch Anstoß bei Obrigkeiten zur Folge hatte. Nicht zuletzt war er nach seinem Beitritt in den Salvatorianer-Orden bereit mit vier Mitbrüdern nach Nordostindien zu gehen um dort Vertrauen, Hoffnung und Liebe zu schaffen und bei Not und Elend, Hunger und Krankheit zu helfen wo es nötig und möglich war. Integrale Mission bedeutet das Ganze im Blick haben. Schöpfung, Geist, Wahrheit und Weg gehören so wie es Otto Hopfenmüller gelebt hat gemeinschaftlich zusammen. Darauf sei die Weltkirche aufgebaut. Am Ende des Gottesdienstes trugen sich alle zusammen mit 2.Bürgermeister Hans Schott in das Goldene Buch der Stadt Weismain ein. Mehr über die Weltmission und das Leben Pater Otto Hopfenmüllers war dann beim anschließenden  Symposium „Getauft und Gesand“ im Kolpinghaus zu erfahren.  Erzbischof  Thomas Menamparampil aus, Guwahati/Nordostindien erklärte das Otto Hopfenmüller ein Segen für die missionarische Entwicklung in Nordostindien gewesen sei. Noch heute sind die Menschen dankbar, dass er da gewesen ist. Er wünschte sich für die Weltkirche das Jugendliche mit etwas mehr Motivation im christlichen und sozialen Geist ihr Leben bestreiten mögen. Br. Joby Philip, Generalmissionssekretär der Salvatorianer meinte auch heute noch brauche die Kirche Männer wie Hopfenmüller die alles hinter sich lassen um in missionarischer  Form wirken zu können. Erzbischof Dr. Ludwig Schick war der Auffassung dass sich Weltkirche und Kirche vor Ort durchaus gegenseitig bereichern können. Eine offene friedlichere Welt mache alle reicher. Deshalb sollten wir uns nicht mit anderen Vergleichen den dies führt oft zu Unzufriedenheit. Wichtig ist das verschiedene Völker und Kulturen  beim gegenseiteigen Beobachten voneinander lernen sollten und nicht bevormundend aufeinander wirken. Ziel muss sein Freundschaft mit Gott und den Menschen zu den Völkern zu bringen. Susanne Krogull vom erzbischöflichen Jugendamt Bamberg erklärte das Weltkirche und Jugend gegenseitig voneinander profitieren können dies zeigen immer wieder Treffen auf. Es sei bei uns jedoch schwierig geworden da sich in kirchlicher Praxis wie erlebt große Probleme in vielen Bereichen auf tun. Handeln und Tun müssen wieder mehr von spirituellen Gedanken getragen werden müsse.

 

Bild 1 Beim Einzug von links nach rechts Erzbischof  Thomas Menamparampil aus, Guwahati/Nordostindien, Erzbischoff Dr. Ludwig Schick, Kurienerzbischof für Mission aus Rom Dr. Protase Rugambwa, der Präsident der Kongregation für die Evangelisierung der Völker in Rom  Monsignore Wolfgang Huber

Bild 2 von links nach rechts – beim Anzünden der Kerze Erzbischof  Thomas Menamparampil aus, Guwahati/Nordostindien, der  Präsident der Kongregation für die Evangelisierung der Völker in Rom  Monsignore Wolfgang Huber und der Weismainer Stadtpfarrer Gerhard Möckel.

Bild 3 beim Gedenkgottesdienst an Pater Otto Hopfenmüller, hohe Geistlichkeiten aus der ganzen Welt mit den drei Erzbischöfen in der Bildmitte.

Bild 4 die Khublei Dancers aus Indien bereicherten recht farbenfroh mit Tänzen Gottesdienst und Symposium.

Bild 5 Beim Symposium im Kolpinghaus von links nach rechts Erzbischof  Thomas Menamparampil aus, Guwahati/Nordostindien, Erzbischoff Dr. Ludwig Schick, Dr. Susanne Krogull Leiterin des Erzbischöflichen Jugendamtes Bamberg und Moderatorin Barbara Brustlein.

 

Text: Roland Dietz

Fotos: Roland Dietz, Rudolf Donath