Die große Krone aus Getreide vor dem Altar ließ am vergangenen Sonntag keinen Zweifel am Thema des Gottesdienstes aufkommen: natürlich Erntedank. Am Fest bei dem die Gläubigen, wie in jedem Herbst und nach einer hoffentlich ergiebigen Ernte, Gott für ebenjene danken ist traditionell einiges los in der Pfarrkirche St. Martin.

So auch dieses Mal wieder. Ein volles Gotteshaus durfte Professor Joachim Kügler begrüßen, der den kurzfristig erkrankten Stadtpfarrer Gerhard Möckel vertrat. Letzterem sei an dieser Stelle eine rasche und vollständige Genesung gewünscht.

Erfreulich war, dass bei einem prall gefüllten Gotteshaus der Altersdurchschnitt sehr niedrig war, da auch viele Kinder vom Kleinkind- bis ins Jugendlichen-Alter das Hochamt mitfeierten. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Denn sowohl der Familienkreis, der mit einer Schauspieleinlage die Predigt stellvertretend zum Erlebnis machte wie auch der Kindergarten St. Anna, brachten ordentlich Schwung mit. Die Kindergartenkinder übernahmen kurzerhand selbst den Gesangsteil mit einem zum Thema passenden Herbsttanz (siehe Video).

Ansonsten wurde die Feier von der Band „Unikat“ klanglich facettenreich untermalt, was es möglich machte, dass Bürgermeister Udo Dauer einen der wenigen Gottesdienste im Jahreskreis erlebte, den er nicht an den Tasten der Orgel verbringt. Er gesellte sich zu den Gremien, die sich im Chorstuhl eingefunden hatten und durfte beobachten, wie der Altarraum während des Hochgebetes plötzlich aussah wie ein Gruppenraum des Kindergartens bzw. ein Klassenzimmer der Grundschule. So wurde ein toller Beweis erbracht, dass man sich in der Pfarrei nicht so viele Gedanken um den Nachwuchs machen muss wie andernorts.

Verantwortlich für die Planung der immer wieder erfrischend gestalteten Kinder- und Jugendgottesdienste zeichnete auch dieses Mal wieder Pastoralreferentin Birgit Janson. Zur tollen Atmosphäre trugen auch zahlreiche Helfer bei, denen an dieser Stelle herzlich gedankt sei. Angefangen bei den beiden Mesnern, die der Kirche den passenden Schmuck „verpassten“ über den Gartenbauverein, der unter anderem traditionell die wunderschöne Erntekrone gestaltete und anfertigte bis hin zur Weismainer Blasmusik, die für den Zug vom Oberen Tor bis zur Kirche den Ton angab. Last but not least sind hier natürlich auch die Ministranten zu nennen, ohne deren Mitwirkung jeder Gottesdienst deutlich an festlichem Charakter verlieren würde.