Gute Beteiligung, das männliche Interesse hätte etwas größer sein können, angenehme äußere Bedingungen auf dem Weg zum Gnadenort, aber große Hitze und schweißtreibende Temperaturen beim Heimweg: So lautet das Fazit der diesjährigen Wallfahrt der Pfarrgemeinde Sankt Martin nach Vierzehnheiligen. 152 Teilnehmer vom Grundschul- bis ins Seniorenalter beim Hinweg und 73 beim Rückgang, verbanden auf dem insgesamt 34 Kilometer langen Weg Glauben und Tradition. Stefanie Dauer war mit 9 Jahren eine der jüngsten Teilnehmer. Sehr beachtlich die Leistung des fast 86jährigen Georg Herold, der einen Teil der halben Etappe schaffte. Noch höher zu bewerten war die Teilnahme von Jakob Schmitt, bereits 78 Jahre alt, der auf der gesamten Strecke Mühe und Strapazen auf sich nahm.

Jakob Schmitt, bereits 78 Jahre alt, der auf der gesamten Strecke Mühe und Strapazen auf sich nahm.

Bereits kurz vor 4.30 Uhr läuteten die Glocken von der Sankt Martinskirche, als sich die Wallfahrer am Sonntag zum Start versammelten. Sehr erfreulich dabei die Anzahl Jugendlicher und Kinder. Auch die Beteiligung mehrerer Pilger aus den umliegenden Pfarreien war lobenswert. Pastoralreferentin Birgit Janson spendete den Reisesegen. Fröhliches Zwitschern der Vögel war beim Morgengrauen zu hören, als die Gruppe den nahen Waldrand erreichte. Rosenkranzgebete und Gesänge, begleitet von den Weismainer Musikern, führte die Gläubigen am Kordigast vorbei über die „Aach“ und der „Spinnera“ zur Ortschaft Isling. Eine einfühlsame Meditation regte dazu an, über den Sinn des eigenen Lebens nachzudenken. Bei den Marienrufen wurde besonders der Gottesmutter gedacht. Nach Klosterlangheim kam die erste Prüfung der Fitness, denn der lange Anstieg zum Wallfahrtsziel war etwas beschwerlich.

Den Pilgergottesdienst in der voll besetzten Basilika zelebrierte Guardian Heribert Arens. Udo Dauer an der Orgel, die Weismainer Blasmusik und der Weismainer Kirchenchor umrahmte das Amt. Pater Heribert sprach seinen Respekt aus für die 420 Jahre lange Zeit des Pilgergangs, der auf eine tiefe Volksfrömmigkeit hindeutet. „Wallfahren ist ein Weg wie im Leben, da heißt es aufbrechen, zäh sein und durchhalten“, sagte er.

Mit der Fürsprache der 14 Nothelfer im Gepäck, gestärkt im Glauben, Kraft getankt für den Alltag, traten die Wallfahrer um die Mittagszeit die Heimreise an. Auf dem Weg durch dichten Buchenwald war ein Fatima Rosenkranz, Gebete für die Verstorbenen und für die Feldfrüchte der weitere Ablauf im Programmteil.

Eine Meditation in der Islinger Pfarrkirche regte zum Nachdenken an. Bestens bewirtet wurde die Gruppe im örtlichen Pfarrheim, als traditionell am Nachmittag eine Kaffepause eingelegt wurde.

„Ihr habt im Gemeinschaftserlebnis auf dem beschwerlichen Weg ein sichtbares Zeichen und Bekenntnis zum Glauben abgelegt“ (Pfarrer Gerhard Möckel)

Wohlbehalten, erschöpft von den Strapazen und der Hitze, aber glücklich kehrte der Wallfahrtszug am Abend zum Ausgangspunkt zurück. Mit dem kräftigen Gesang „Oh himmlische Frau Königin“ zogen die Pilger in die heimischen Sankt-Martins-Kirche ein. Pfarrer Gerhard Möckel segnete die Gläubigen, dankte für die Teilnahme und für ihre Gebete. „Ihr habt im Gemeinschaftserlebnis auf dem beschwerlichen Weg ein sichtbares Zeichen und Bekenntnis zum Glauben abgelegt“. Dankbar, Froh und überwältigt war mancher Pilger, ein Ziel unter höchster Anstrengung erreicht zu haben. Es kullerte so manche Träne der Rührung über die Wange beim Marienlied „Segne du Maria“.

Norbert Kraus, Ferdinand Humbert und Jürgen Dietz bildeten das Wallfahrtsführerteam. Kraus lobte die Disziplin der Pilger und dankte der Weismainer Blasmusik unter Leitung von Gerhard Mager. Ebenso würdigte er die Bereitschaft der Fahnen- Kreuz- und Bildträger, der Ministranten, sowie dem Lenker vom Begleitbus. Ein besonders Lob galt der Einsatz der Helfer, der Weismainer Blasmusik sowie der freiwilligen Feuerwehr für die Verkehrsregelung.

Ferdinand Humbert wartet für diese Jubiläumswallfahrt mit einer Besonderheit auf. Er fertigte in mühevoller Handarbeit ein neues Wallfahrerkreuz.

 

Fotos und Text: Erich Lutter