Wenn das Lied “Ein Haus voll Glorie schauet” erklingt, weiß jeder gleich – es ist Kirchweih. So war es auch am gestrigen Sonntag in Wohnsig der Fall. Zudem markierte das Fest auch einen Jubiläumstag für das Gotteshaus, das vor ziemlich genau 40 Jahren – am 19.05.1977 – dem Hl. Jakobus geweiht worden ist. Die Wohnsiger sind zurecht stolz auf ihr kleines Kirchlein, haben sie es doch komplett in Eigenregie errichtet.
Als der alte Kirchenbau an selber Stelle immer deutlichere Altersspuren aufwies entschied man sich – zur Freude des damaligen Stadtpfarrers Andreas Rauh – am 11.11.74 in einer Versammlung mehrheitlich für den Neubau und gegen eine Renovierung des 300 Jahre alten Vorgängerbaus.

Vielen Dank an Herrn Hans Endres für die Zurverfügungstellung des Zeitungsausschnitts vom 21.05.1977

Eine große Aufgabe, die man nach über 2000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit mit Bravour gemeistert hatte – unterstützt durch eine hohe Spendenbereitschaft vor Ort. Beim Bau wurde gezielt Alt und Neu zusammengebracht. So verwendete man beispielsweise die kostbaren Buntglasfenster des alten Gebäudes auch wieder für den Neubau.

… nach über 2000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit …

Gekrönt wurde die beachtliche Eigenleistung durch einen aufwändig gearbeiteten Dachstuhl, der den Glockturm trägt. Die Zielstrebigkeit und hohe Opferbereitschaft spiegelt auch die geringe Bauzeit wieder. Denn die Kapelle wurde in nur einem Jahr vollendet, wobei der Großteil der Arbeit von den Beteiligten erst nach Feierabend verrichtet wurde.

 

Dieser starke Glaubensbeweis wurde auch von Pfarrer Gerhard Möckel gewürdigt, der in seiner Predigt interessiert fragte, ob denn Mitglieder des damaligen “Bautrupps” unter den Gottesdienstbesuchern seien. Auf diese Frage hin gingen mehrere Hände nach oben und in den Gesichtern wich die Andacht einem stolzen Lächeln. In der festlich – mit einem passenden Kranz mit der Zahl 40 – geschmückten Kapelle wurde die Eucharistie gefeiert und anschließend bei strahlendem Sonnenschein vom Frühschoppen bis in die Abendstunden zusammen gesessen.